Sieben neue Maissorten für die Ernte 2016

Anlässlich der Sitzung der technischen Kommission «Mais» von swiss granum wurde die Liste der empfohlenen Maissorten für die Ernte 2016 erstellt. Gegenüber dem Vorjahr wurden sieben neue Sorten aufgenommen und siebzehn Sorten gestrichen. Die Anzahl neuaufgenommener Sorten entspricht beim Körnermais 9% und beim Silomais 20% der ursprünglich für den zweijährigen Prüfzyklus angemeldeten Sorten. Neu wird auf der Liste auch der Korntyp der Sorten angegeben. Aufgrund von weiterentwickelter Fettanalytik und geänderter Schlachtkörperbeurteilung bei Schweinen wird anstelle des Pufa-Mufa-Index (PMI) die Qualität der Körnermaissorten mit dem Pufa-Index (PUI) beschrieben.

Drei neue Körnermaissorten für den Anbau nördlich der Alpen
Bei allen drei neuen Sorten handelt es sich um Doppelnutzungssorten für den Anbau nördlich der Alpen. Mit LG 31.211 (Limagrain) wird eine neue Sorte in der frühen Reifegruppe empfohlen. In der mittelfrühen Reifegruppe werden neu SY Talisman (Syngenta) und Figaro (KWS) empfohlen. Alle neuen Körnermaissorten zeichnen sich durch sehr gute Kornerträge innerhalb ihrer Reifegruppe aus. Der Pufa-Index von allen drei Sorten wurde als «mittel» beurteilt.

Die Standfestigkeit von LG 31.211 ist gut, sowohl während der Vegetation als auch zum Zeitpunkt der Ernte. Basierend auf den Versuchsergebnissen wird diese Sorte bezüglich der Resistenzen gegen Krankheiten als «mittel bis gut» (Stängelfäule, Beulenbrand) beziehungsweise als «mittel» (Helminthosporium-Blattflecken) eingestuft. Die Einstufung bezüglich Helminthosporium-Blattflecken ist neu bei allen neu aufgenommenen Sorten provisorisch, da sie auf einjährigen Daten basiert. Die Jugendentwicklung von SY Talisman und Figaro war in den Versuchen vergleichbar («mittel bis gut»). Auch bei der Standfestigkeit während der Vegetation («gut») und beim Stängelbruch («gut») unterschieden sich die beiden Sorten nicht. SY Talisman ist aber früher reif als Figaro und weist bei der vorläufigen Einstufung bezüglich Helminthosporium-Blattflecken eine sehr geringe Anfälligkeit auf. Sowohl die Standfestigkeit zum Zeitpunkt der Ernte als 2/3 auch die Anfälligkeiten auf Beulenbrand und Stängelfäule wurden als «mittel bis gut» beurteilt. Die Sorte Figaro wurde bei allen Parametern zur Standfestigkeit als auch hinsichtlich der Anfälligkeit auf Krankheiten als «gut» beurteilt.

Silomais-Neuheiten
Die Liste der empfohlenen Silomaissorten für die Ernte 2016 enthält sieben neue Sorten, davon mit LG 31.211, SY Talisman und Figaro auch drei Doppelnutzungssorten. Alle Sorten werden für den Anbau nördlich der Alpen empfohlen. Spyci CS (Caussade) und LG 31.211 (Limagrain) sind neue frühe Silomaissorten. SY Talisman (Syngenta) und Frederico KWS (KWS) sind neue mittelfrühe und Agro Polis, Figaro und Walterinio KWS (KWS) neue mittelspäte Silomaissorten.

Alle Neueinschreibungen erbringen im Vergleich zu den Referenzsorten im Mittel aller untersuchten Eigenschaften einen Mehrnutzen. Trotzdem kann in der Gruppe der frühreifen Sorten bei Spyci CS die sehr gute Verdaulichkeit und der sehr hohe Stärkegehalt und bei LG 31.211 der sehr gute Ertrag besonders hervorgehoben werden. Spyci CS erzielte in den Versuchen einen guten Ertrag und wies bis zur Ernte eine gute Standfestigkeit auf. Ebenso konnten auch die Anfälligkeit auf Beulenbrand sowie Resistenz gegen Stängelbruch als «gut» beurteilt werden. Obwohl bezüglich Frühreife nur geringe Unterschiede zwischen den beiden Sorten beobachtet wurden, ist Spyci CS etwas früher reif als LG 31.211. Die Verdaulichkeit, der Stärkegehalt sowie die Standfestigkeiten während der Vegetation als auch zum Zeitpunkt der Ernte von LG 31.211 wurden als «gut» beurteilt. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse wurde bei dieser Sorte die Einstufung sowohl für die Jugendentwicklung als auch bei den Resistenzen gegen Stängelbruch und Beulenbrand «mittel bis gut» gewählt. Die vorläufige Einstufung bezüglich Helminthosporium-Blattflecken ist bei dieser Sorte «mittel».

Bei den neuen Silomaissorten in der mittelfrühen Reifegruppe ist SY Talisman wie folgt zu charakterisieren: Die Einstufungen bezüglich Ertrag, Verdaulichkeit, Stärkegehalt sowie auch die vorläufige Einstufung bezüglich der Resistenz gegen Helminthosporium-Blattflecken können aufgrund der zweijährigen Beobachtungen mit «sehr gut» vorgenommen werden. Sowohl die Jugendentwicklung, die Standfestigkeit bei zur Ernte als auch die Resistenz gegen Beulenbrand kann als «mittel bis gut» beurteilt werden. Hingegen ist die Standfestigkeit während der Vegetation gut und die Neigung zu Stängelbruch zum Zeitpunkt der Ernte gering. Die Sorte Frederico KWS ist bezüglich der Einstufung der verschiedenen Kriterien sehr ausgeglichen. Sowohl beim Ertrag, der Verdaulichkeit, der Standfestigkeit während der Vegetation bis hin zur Ernte und auch den Resistenzen gegenüber Beulenbrand und Helminthosporium konnte sie als «gut» klassiert werden. Sie weist wie SY Talisman einen sehr hohen Stärkegehalt und eine «mittlere bis gute» Jugendentwicklung auf. Als Schwäche dieser Sorte wurde eine erhöhte Anfälligkeit auf Stängelbruch zum Zeitpunkt der Ernte beobachtet. Sie ist etwas spätreifer als SY Talisman.

Die drei neuen Sorten in der mittelspäten Reifegruppe unterscheiden sich relativ stark voneinander: Agro Polis ist deutlich früher reif als Fiagro und Walterinio KWS. Bezüglich Ertrag hat sich in den letzten beiden Jahren Walterinio KWS mit einem sehr hohen Ertrag vor Figaro («gut») und deutlich vor Agro Polis («mittel bis gut») platziert. Agro Polis weist des Weiteren eine sehr gute Verdaulichkeit, einen sehr hohen Stärkegehalt, eine gute Standfestigkeit bei der Ernte sowie gute Resistenzen gegen Beulenbrand und Helminthosporium-Blattflecken auf. Bezüglich der Jugendentwicklung und der Resistenz bei Stängelbruch wurde sie hingegen als «mittel» eingestuft. Figaro zeigte sich als eine Sorte mit einer guten Verdaulichkeit, einer guten Standfestigkeit bis hin zur Ernte und auch guten Resistenzen gegenüber den erfassten Krankheiten. Im Vergleich zu den anderen beiden neuen Sorten in dieser Reifegruppe weist sie aber einen tieferen Stärkegehalt («mittel») und einen tieferen NEL-Wert («mittel bis gut») auf. Walterinio KWS zeigte eine sehr gute Verdaulichkeit und einen guten Stärkegehalt. Die Standfestigkeit während der Vegetation war «gut», verschlechterte sich aber zur Ernte hin («mittel bis gut»). Zusätzlich wurde auch eine Schwäche bezüglich Stängelbruch zum Zeitpunkt der Ernte beobachtet. Die Resistenzen gegen Beulenbrand und Helminthosporium können aufgrund der gesammelten Daten als «mittel bis gut» beurteilt werden.

Keine neuen Sorten für den Anbau südlich der Alpen
Weder für die Körner- noch für die Silomaisnutzung südlich der Alpen können neue Sorten für 2016 empfohlen werden. 2015 standen aber mehrere zur Körnermaisnutzung gemeldete Sorten im ersten Prüfjahr.

Neue Liste bestellen oder herunterladen
Die neue Liste der empfohlenen Mais-Sorten kann ab Ende Februar bestellt werden bei: Swiss Granum, Postfach, 3001 Bern, info@swissgranum.ch. Die Liste wird auch dem Versand der Datenblätter Ackerbau von Agridea sowie der Agrarforschung Schweiz im Februar beigelegt. Sie ist ab sofort abrufbar unter: http://www.agroscope.ch/mais/03273/index.html?lang=de

Auskünfte
Jürg Hiltbrunner
wissenschaftlicher Mitarbeiter Sortenprüfung Mais
Agroscope, Institut für Pflanzenbauwissenschaften IPB
Reckenholzstrasse 191, 8046 Zürich, Schweiz!
juerg.hiltbrunner@agroscope.admin.ch
+41 (0)58 468 73 57

Carole Enz
Mediendienst Agroscope
Corporate Communication Agroscope
Postfach, CH-8820 Wädenswil, Schweiz
carole.enz@agroscope.admin.ch
+41 (0)58 460 62 72, +41 (0)79 593 89 85

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