Qualitative Differenzierung landwirtschaftlicher Produkte - Eine Sammlung von Beispielen

Um Chancen zur Differenzierung von landwirtschaftlichen Produkten aufzuzeigen, sind mittels Literaturanalyse und Expertenbefragungen 32 Beispiele zusammengetragen worden. Sie zeigen auf, dass in weiten Bereichen der Schweizer Landwirtschaft eine Differenzierung von Agrarprodukten im Bereich Produktqualität möglich ist.

Zusammenfassung

Das Umsetzen einer Qualitätsstrategie ist in der Landwirtschaft direkt mit der Differenzierung von Agrarprodukten verbunden. Im Bereich der Prozessqualität, die sich aus den Eigenschaften des Herstellungsprozesses ergibt und in der Regel am Produkt selbst nicht überprüfbar ist, fanden diesbezüglich in den vergangenen Jahrzehnten umfangreiche Bemühungen statt, was zu einer Vielfalt von erfolgreich positionierten Labels wie beispielsweise Bio-Labels oder Labels regionaler Produkte führte. Bei der Produktqualität, die einerseits die Sensorik (u.a. Aroma, Aussehen) und andererseits Sicherheits- und Gesundheitsaspekte umfasst, ist die Differenzierung weniger verbreitet. Um Chancen zur Differenzierung der Produktqualität aufzuzeigen, sind mittels Literaturanalyse und Expertenbefragungen 32 Beispiele zusammengetragen worden. Sie zeigen auf, dass in weiten Bereichen der Schweizer Landwirt-schaft eine Differenzierung von Agrarprodukten im Bereich Produktqualität möglich ist. Auch wenn die meisten Beispiele Nischenprodukte sind, ist eine Erschliessung von weiteren Marktanteilen und letztlich eine Aufnahme durch den Detailhandel denkbar, was für die ganze Wertschöpfungskette eine Chance darstellt, Mehrwert zu generieren.

Schlussfolgerungen

Im vorliegenden Bericht werden 32 Beispiele für differenzierte Agrarprodukte vorgestellt, die ein zusätzliches Merkmal der Produktqualität entweder im Bereich der Sensorik oder bei den Sicherheits- und Gesundheitsaspekten aufweisen. Auch wenn die Differenzierung bei der Produktqualität noch wenig Verbreitung gefunden hat, zeigt die Beispielsammlung, dass sie in weiten Bereichen der Schweizer Landwirtschaft möglich ist.

Bei den Beispielen fällt auf, dass es sich mehrheitlich um Nischenprodukte, Produkte mit geringen Volumina oder geographisch beschränktem Absatzgebiet handelt. Eine Erschliessung von weiteren Marktanteilen und letztlich auch eine Aufnahme durch den Detailhandel sind in den meisten Fällen denkbar, was für die ganze Wertschöpfungskette eine Chance darstellt, Mehrwert zu generieren.

Es scheint, dass die Bemühungen, Differenzierungen bei der Produktqualität zu realisieren, sich in einer frühen Phase befinden und bislang nur kleine Bereiche der Landwirtschaft erreicht haben. Ein Beleg dafür ist die Tatsache, dass bislang keine Sammlung entsprechender Beispiele vorlag. Angesichts der hohen In-novationskraft der Schweiz, die sich beispielsweise bei den Patentanmeldungen niederschlägt,  ist es durchaus denkbar, dass in den kommenden Jahren eine Vielzahl von Differenzierungen von Agrarprodukten entstehen kann.

Der vorliegende Bericht hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Insbesondere die Suche nach Beispielen im benachbarten Ausland hat nur punktuellen Charakter. Wie das Bespiel der strohfarbenen Eier zeigt, sind im Ausland differenzierte Agrarprodukte bereits auf dem Markt, für die auch in der Schweiz ein Potenzial bestehen dürfte.

Quelle: ART-Bericht / Online-Bericht: Qualitative Differenzierung landwirtschaftlicher Produkte - Eine Sammlung von Beispielen

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