Lebensmittelverluste vermeiden: Kosten und Nutzen möglicher Strategien.

Hansjürg Jäger schrieb seine Masterarbeit zum Thema Lebensmittelverluste. Im Rahmen der Arbeit wurde eine Methode zur Beurteilung von Kosten und Nutzen von Vermeidungsstrategien entwickelt und anhand von Kartoffeln und weiteren Produkten angewendet.
 

Das Problem
55% der in der Schweiz verursachten Lebensmittelverluste treten zwischen der landwirtschaftlichen Produktion und dem Verkauf im Detailhandel oder der Gastronomie auf. Innerhalb der Wertschöpfungskette werden die Verlustmengen grundsätzlich erhoben, um die gute Herstellungspraxis und die Kostenkontrolle gewährleisten zu können. Trotzdem ist in vielen Fällen der Anteil der vermeidbaren Verluste nicht oder ungenügend bekannt.

Ziel der Masterthesis
Deshalb ist das Ziel dieser Arbeit, ein Werkzeug zu entwickeln, mit dessen Hilfe Landwirte, Verarbeiter und Händler entlang der Wertschöpfungskette Lebensmittelverluste besser verstehen und vermeiden können.

Methode und Einschränkung
Im Speziellen soll aufgezeigt werden, welche Verluste tatsächlich als vermeidbare Abgänge eingestuft werden. Auf dieser Erhebung basierend wird mit Hilfe von Kosten-Nutzen-Analysen abgeschätzt, ob sich die weitere Reduktion von Lebensmittelverlusten lohnt. Anhand der Wertschöpfungskette Kartoffel werden sowohl das Werkzeug als auch die Kosten-Nutzen-Analyse vorgestellt.

Die Arbeit präsentiert eine Innensicht der Lebensmittelproduktion, -verarbeitung und des Handels. Sie berücksichtigt den Konsumenten und sein Verhalten nicht weiter. Ausserdem beschränkt sich die Datenerhebung auf Tochtergesellschaften der fenaco. Somit sind diese Daten zwar repräsentativ für den Gesamtbetrieb, stehen aber nicht für die gesamte Kartoffelproduktion in der Schweiz.

Resultate
Zwischen Landwirtschaft und Detailhandel gehen 29 bis 35% der Speisekartoffeln verloren. Mindestens die Hälfte davon wäre noch essbar.

Die Produktion von Convenience-Produkten wie Pommes Frites verursacht einen Gewichtsverlust von insgesamt 50 bis 60%, vor allem aufgrund des prozessbedingten Wasserverlusts. Der Anteil der vermeidbaren Verluste ist mit 1% jedoch relativ gering.

Die Gründe für diese Differenz sind in den unterschiedlichen Anforderungen an äussere und innere Qualität und den unterschiedlichen Verarbeitungssystemen zu suchen.

Bezüglich der Lebensmittelverluste hat sich gezeigt, dass ein sehr kleiner Teil als vermeidbarer Verlust eingeordnet werden kann. Die Wertschöpfungskette Kartoffel ist relativ gut organisiert und optimiert. Eine weitere Reduktion der Lebensmittelverluste wäre trotzdem möglich, in dem nicht marktfähige Produkte gespendet oder über alternative Kanäle verkauft werden.

Fazit
Das entwickelte Werkzeug ermöglicht eine Momentaufnahme der aktuellen Situation innerhalb eines Betriebes, der mit Lebensmitteln arbeitet und bereits erste Zahlen zu den Verlustmengen erhebt.

Die vorgestellte Methodik ist sehr effektiv, um die Verluste den richtigen Verlustkategorien zuzuordnen.

Allerdings ist die Beurteilung von Vermeidungsmassnahmen je nach Betrieb und Prozess sehr unterschiedlich und kann nicht zufriedenstellend verallgemeinert werden.

Wissenstransfer und Relevanz
Der Hauptnutzen der Masterarbeit liegt in der vorgestellten Methode. Denn damit lassen sich betriebsinterne Kosten im Zusammenhang mit Lebensmittelverlusten relativ gut abbilden.

Die technische Umsetzung des Werkzeuges erfolgte in Excel. Damit ist eine individuelle Anpassung ebenso möglich wie eine breite Anwendung innerhalb verschiedener Branchen und Unternehmen.

Haben Sie Interesse an einer ähnlichen Arbeit? Der Autor hilft ihnen gerne weiter. 
 

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